ALTAS

Ein litauischsprachiger humanoider Bibliotheksroboter, entwickelt mit der öffentlichen Jono-Lankutis-Bibliothek. Das Projekt ALTAS wurde zum Gedenken an den Wissenschaftler Adolfas Laimutis Telksnys benannt.

Über das Projekt

Ein Projekt der angewandten Robotik und künstlichen Intelligenz zur Entwicklung des humanoiden Bibliotheksassistenten ALTAS. Ziel ist es, zu erproben, wie moderne Robotik, künstliche Intelligenz und Technologien zur Verarbeitung natürlicher Sprache in der öffentlichen Jono-Lankutis-Bibliothek der Bezirksgemeinde Klaipėda praktisch eingesetzt werden können. Es handelt sich um einen der ersten Versuche dieser Art in Litauen, bei dem ein humanoider Roboter nicht als Vorführobjekt, sondern als digitaler Assistent für den Einsatz in einem realen öffentlichen Umfeld konzipiert wird. Grundlage des Systems ist eine humanoide Roboterplattform, ergänzt durch eine separate Infrastruktur für Hochleistungsrechnen, Sensorik und künstliche Intelligenz. Das entstehende System soll gesprochene Anfragen entgegennehmen, ihren Kontext verstehen, die benötigten Informationen finden und in natürlicher Sprache antworten können. Der Roboter wird außerdem mit den Informationsressourcen und der physischen Umgebung der Bibliothek verknüpft.

Eine der wichtigsten Aufgaben des ALTAS-Projekts besteht darin, die Möglichkeiten generativer künstlicher Intelligenz vom herkömmlichen Computerbildschirm in die physische Welt zu übertragen. ALTAS wird deshalb als modulares kognitives System entwickelt, das mehrere unterschiedliche technologische Ebenen verbindet: Die Spracherkennung ermöglicht es dem Roboter, mündliche Fragen von Besuchern entgegenzunehmen. Ein großes Sprachmodell (LLM) interpretiert die Anfrage, führt den Dialog und koordiniert die Informationssuche. RAG und die Einbindung von Bibliotheksdaten ermöglichen Antworten auf der Grundlage konkreter Informationen aus der Bibliothek und anderen vertrauenswürdigen Quellen, statt sich ausschließlich auf das allgemeine Wissen des Sprachmodells zu stützen. Die Sprachsynthese wandelt die generierte Antwort in natürlich klingende litauische Sprache um. Computer Vision und Sensoren liefern dem System Informationen über die physische Umgebung. Die Robotersteuerung verknüpft KI-Entscheidungen mit den Bewegungen, der Navigation und den physischen Aktionen des Humanoiden. Die meisten kognitiven Prozesse sollen lokal auf der leistungsfähigen Rechenplattform NVIDIA Jetson Thor ausgeführt werden. Dadurch lassen sich fortschrittliche KI-Modelle direkt auf dem Roboter erproben und Abhängigkeiten von externen Cloud-Diensten verringern.

Keine Vorführung, sondern ein Test unter realen Bedingungen.

Der Einsatz eines humanoiden Roboters in einer Bibliothek stellt wesentlich komplexere Anforderungen als eine vorbereitete Vorführung. Das System muss in einer Umgebung funktionieren, in der sich Menschen bewegen und Geräuschpegel, Beleuchtung und die Position von Gegenständen verändern. Der Roboter muss unterschiedlich formulierte Fragen verstehen, sich sicher zwischen Besuchern bewegen, laufend aktualisierte Informationen nutzen und angemessen auf Situationen reagieren, die sich nicht im Voraus vorhersehen lassen.

ALTAS ist daher zugleich ein Projekt der angewandten Forschung und experimentellen Entwicklung. Dabei werden Technologien für die Mensch-Roboter-Interaktion, die litauische Sprache, multimodale künstliche Intelligenz, autonome Navigation, die Integration von Informationssystemen und die Robotersicherheit entwickelt und erprobt. Das Projekt wird iterativ entwickelt: Einzelne Komponenten werden zunächst im Labor entwickelt und getestet, anschließend in ein Gesamtsystem integriert und erst danach in die reale Bibliotheksumgebung überführt. ALTAS ermöglicht es, eine in der Robotik und künstlichen Intelligenz zunehmend wichtige Frage praktisch zu untersuchen: Wie lässt sich generative KI in ein System verwandeln, das nicht nur Informationen verarbeitet, sondern auch seine Umgebung wahrnimmt, kommuniziert und sicher in der physischen Welt handelt? Eine Bibliothek eignet sich für diese Forschung besonders gut – hier kommen Menschen, Information, Bildung, Kultur und öffentliche Dienstleistungen zusammen.

Im Projekt verwendete Technologien

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